Blog 2020

Fünf Tage in Stockholm - Covid, Teil 4

Ich habe mir ein vom 5. bis zum 11.November paar Tage Auszeit genommen um zu erleben, wie die Stimmung im noch einzig verbliebenen demokratischen Land, in Schweden ist. Bereits am Flughafen fällt eine angenehme Unaufgeregtheit auf, man hat das Gefühl, man betrete ein Land, in dem man atmen und sich irgendwie frei fühlen kann. Das Hotel Victoria, das ich in der Altstadt beziehe bietet genau das, was ich mir von einem Hotel erwarte und liegt in der besten Lage, umgeben von zahlreichen kleinen Gassen, Bars und Restaurants. Es fällt einem gleich auf, dass niemand, genauer gar niemand eine Maske trägt. Das schwedische Gesundheitsministerium rät davon ab. Trotzdem spürt man eine gewisse Vorsicht im öffentlichen Raum und man bemerkt schnell, dass kaum alte Leute unterwegs sind. Es liegt eine leichte Melancholie über der Stadt, die alles geöffnet lässt außer der Kultur, sprich den Museen, Konzerthäusern und Theatern, die mittlerweile auch alle zu sind. Die Stadt mit den 20.000 Inseln gefällt mit ausgesuchter Freundlichkeit im Umgang miteinander, überall erlebt man Hilfsbereitschaft. Die Eigenverantwortung anstelle von Paranoia ist spürbar. Und ganz entscheidend für das gesellschaftliche Klima ist der Wegfall der "Coronapetzerei", die in Österreich unterdessen bedrohliche Ausmaße angenommen hat.

 

Die Medien berichten hauptsächlich über die amerikanischen Wahlen, nur spärlich über Corona. Das Land ist sehr gut durch die letzten Monate gekommen, verzeichnet jetzt aber auch starke Anstiege und ab morgen darf ab 22.00 kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Aber dadurch, dass der Staat nicht mal annähernd so massiv in das Leben seiner Bürger eingreift wie in Resteuropa, und z.B. die Gastronomie und Tourismus auch zur Wirtschaft zählen, was in den meisten anderen Ländern offensichtlich nicht der Fall ist, werden weniger Existenzen zerstört und es herrscht entsprechend weniger Angst. Auch wenn es um die Tourismusbranche nicht gut bestellt ist. Aber diese Form von aggressiver Paranoia wie ich sie teilweise in Wien erlebe, gibt es hier nicht. Und das tut gut!

Apropos Wien: wie kann man eigentlich sagen, man unterstützt die Wirtschaft um dann Kultur, Tourismus und Gastronomie davon auszuklammern? Und wo sind alle x-fachen Beteuerungen von Ludwig vor der Wahl geblieben, in Wien werde es sicher keinen Lockdown geben? Er hätte sich ja gegen den Bund stellen können! Hätte Kurz dann die Armee nach Wien geschickt? Wohl eher nicht. Eben!

Und ich hatte Ludwig doch tatsächlich geglaubt. Wie dumm von mir! Und wenn wir schon grad dabei sind: in der Presse wurde heute der rot-pinke Koalitionspakt vorgestellt. Was selbstverständlich fehlt ist die Kultur!

Aber zurück zu Stockholm. Mir hat besonders gut gefallen, dass die Leute dann über die Straße gehen, wenn keine Autos fahren, und nicht dann, wenn es ihnen die Ampeln erlauben. Alle gehen bei rot über die Straße: jung, alt und sogar die Familien. Ohne dass Autos hupen würden! Dazu fiele mir der wunderbare Satz "je résiste donc j'existe ‒ j'existe donc je résiste" ein, "Ich widersetze mich, also existiere ich ‒ ich existiere, also widersetze ich mich!" (Dank an meine Cousine Elisabeth in Belgien!)

Eine weitere Besonderheit wären die nicht getrennten Klos, die überall sehr sauber sind. Wohl etwas anachronistisch in dieser Zeit muten die eisernen Abfallkübel an, die man von Hand öffnen muss. Nicht gerade hygienisch! Weiters fallen die vielen JoggerInnen sowie das extreme hohe Grundtempo beim Gehen auf. In Wien überholt mich normalerweise kaum wer, in Stockholm praktisch alle. Ebenso, dass es praktisch keine dicken Leute im öffentlichen Raum gibt. Auch wenn die (leider) sehr fleischlastige Ernährung auf den ersten Blick nicht besonders gesund wirkt, ist sie es offensichtlich doch. Vegane Elchschnitzel habe ich übrigens keine entdeckt..:-) Und zuckerfreie Süßspeisen (also ohne raffinierten Zucker) gibt es wohl etwa so wenige wie in Paris!

Aber offensichtlich spielt Gesundheit in Schweden eine sehr große Rolle im Gegensatz zu Österreich und vergleichbaren Ländern. Im  Jahr 2016 lagen die Schweden bei den "Lebensjahren ohne Einschränkungen der Gesundheit" fast 10 Jahre über dem EU-Schnitt und fast 15 Jahre über dem österreichischen Schnitt. Das sind schon gewaltige Unterschiede. Das sollten sich all die Politiker, die Schweden bezüglich Covid 19 gesundheitliche Inkompetenz vorwerfen, mal vor Augen halten! Und wenn das schwedische Gesundheitssystem, das sehr viel auf  Prävention achtet,  von den Masken aus gesundheitlichen (physischen und psychischen) Gründen dringend abrät, dann hat das für mich um ein Vieles mehr Gewicht als das, was irgendwelche regierungungstreuen Virologen von diktatorisch orientierten Regierungen in Resteuropa sagen. Wobei es auch eine Vielzahl von Ärzten und Virologen gäbe, die das ja auch völlig anders sehen, wie eben der allerdings auch durchaus kontroversielle schwedische Virologe Tegnell, der sich jetzt leider auf dem besten Weg befindet, die Nerven zu verlieren, sprich wesentlich härtere Maßnahmen zu setzen.

Und noch ein Detail zu Stockholm: die Stadtautobahnen sind riesig, laut und zerstören das Stadtbild massiv..

Hier ein paar AGES-Statistiken. Was mir bei allen auffällt ist die Tatsache, dass seit dem 1.8. keine einzige Maßnahme irgendetwas bewirkt hat, weder Maskenpflicht neu, noch Sperrstunde/Masken neu noch die Ausgangsbeschränkung. Die Reproduktionszahlen haben sich über Monate kaum verändert, obwohl immer wieder das Gegenteil davon behauptet worden ist! Die aktiven Fälle, die nicht nur meiner Meinung nach völlig sinnlos sind und nur der Panikmache dienen, halten sich ebenso wenig an irgendwelche Verschärfungen, mit oder ohne Lockdown.

Nun war ja der einzige Grund für den Lockdown die Überlastung der Krankenhäuser/IntensivbettenDas ist in CH/D/A im März nicht passiert und passiert offensichtlich auch jetzt nicht. Trotzdem wird JEDE nur mögliche Panik diesbezüglich verbreitet. Unter dem Motto, je mehr Angst in der Bevölkerung herrscht, desto braver verhalten sich dann die Leute. In der Schweiz existiert bereits den Begriff des Alarmismus, also das "Gespenster an die Wand malen". Und ebendort hat man festgestellt, dass es bis jetzt in diesem Jahr noch keine Übersterblichkeit bei den unter 65-Jährigen gibt. Dokument. Und in Österreich stellt man fest, dass im März/April vier Prozent der Todesfälle Covid betroffen haben. Und das soll ausreichend sein, um den ganzen Wahnsinn noch einmal von vorne zu beginnen? Von dem übrigens der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn im Nachhinein gemeint hat, er sei unverhältnismäßig gewesen. Und kaum jemand wagt mehr ein Wort der Kritik an der Verhältnismäßigkeit? Alle stumm, gehorsam und panisch? Die Medien gleichgeschaltet? Niemand stellt mehr irgendetwas in Frage?

immerhin stelle ich erfreulicherweise soeben fest, dass alle vier Oppositionsparteien gegen den Lockdown gestimmt haben

14.11. Nun ist der harte Lockdown in Österreich also bestätigt!  Aber wer wird für die Folgen aufkommen, für all das, was man z.B. den Kindern antut? Den Selbstständigen, den Künstlern, Leuten mit schlechter psychischer Gesundheit etc? Corona-Jubelorgane wie Heute, Krone etc. reden ja jetzt schon vom 3., 4. & 5. Lockdown. Der dritte steht wohl mental bereits in den Startlöchern, nachdem die ersten zwei so problemlos durchgegangen sind..

Das Virus wird sich übrigens kaum ändern.

Wien 15. 11. 2020, mathias rüegg

ps 1: ich bin nach wie vor der Meinung, dass das Virus fast ausschließlich bei (sehr alten) Menschen mit entsprechenden Vorerkrankungen (selbstverständlich meine ich nicht vom Schicksal getroffene Kranke) tödlich wirkt, die da lauten: schlechte Ernährung, sprich Fett, Alkohol, Zucker, keine Bewegung, rauchen! Aber dazu gibt es weder Zahlen noch Berichte. FALSCH: Soeben etwas entdeckt!!!!

ps 2: Erinnert sich noch jemand an die Black Lives Matter-Demo am 4. Juni, als 50.000 Teilnehmer in Wien ohne Maske und Sicherheitsabstand demonstriert hatten? Danach gab es, ganz im Gegenteil zu den pessimistischen Prophezeiungen, keinen Anstieg irgendwelcher Art.

 

ps 3: Mein Motto für den Lockdown:"je résiste donc j'existe - j'existe donc je résiste"

 

ps 4: Und zum Abschluss ein Video von einem dem kritisch denken Rechtsanwalt Dr. Rainer Fuellmich.

2020

21.9. Covid, Teil 3

19.7. Warum ich mich vor der zweiten
Paranoiawelle 
fürchte! Covid, Teil 2

1.6. Blöd gelaufen - Covid Teil 1

2019

03.11. Bach 333 - The New Complete Editon
20.10. My Favorite Arrangers II
20.10. But Beautiful - Peter Rüedi

6.10.Das Auto, das Schnitzel und das Klima

22.9. Warum ich demokratiepolitisch noch
Jungfrau bin.

8.9. 400 Jahre Sklaverei, 50 Jahre Wood
-
stock und 90 Jahre Oskar

7.7. My favorite Arranger

9.6. Passiv fahren, passiv trinken, passiv essen
& passiv rauchen

26.5. 25 pair of shoes

12.5. Warum ich den siebten Bezirk nur
ungern verlasse!

28.4. Warum ich für die Abschaffung des ORF
in der jetzigen Form bin
 

14.4. Gedanken zum (neuen) Urheberrecht aus der
Sicht eines Urhebers

31.03. (Mir) Unbekannte klassische amerikanische
Komponisten des 20. Jahrhunderts

17.03. The Green Book

28.02. Die Bedeutung derJazzmusik in T. C.
Boyle's neuem Roman "Licht"

10.02. Was die heutige Mode und Facebook

gemeinsam haben.

20.01. Steven Pinker "Gewalt"