Blog 2021 - Corona - Maßnahmen

  

Blog 12-09-21

Der Staatsvirus

Gunther Frank - Achgutedition  

 

Der deutsche Allgemeinmediziner Gunther Frank, der Zugang bis ganz nach oben im deutschen Gesundheitsministerium hatte, liefert im "Staatsvirus" eine Menge interessanter Fakten und damit verbundenen Zusammenhänge. Das Buch beginnt mit der zentralen Frage, wie gefährlich ist die Pandemie (eine Person steckt im Gegensatz zur Endemie mehr als eine Person an) für einen Erkrankten und wie gefährlich ist sie für die Gesellschaft. 95% bemerken eine Infektion mit SARS-CoV-2 entweder gar nicht oder sie erleben eine Woche lang milde Krankheitssymptome. Bei manchen hingegen führt die Entzündung zu einer beidseitigen Lungenentzündung, die meist tödlich ist. Andere wiederum leiden unter Long-Covid – worüber man noch nicht sehr viel weiß, was im Schnitt ca. sechs Monate dauert. Ebenso kann Covid zu Vaskulitis, einer Entzündung der Blutgefäße führen, eine Statistik dazu wurde vom Autor aber nicht gefunden. Ebenfalls möglich ist eine durch Covid eher selten hervorgerufene  Herzmuskelentzündung. Tatsache ist, dass das RKI (Robert Koch Institut) von Anfang an gegen Obduktionen war/ist, eine sehr unübliche Vorgangsweise. So gibt es auch keine Statistiken über die Vorerkrankungen. Das Durchschnittsalter der Verstorbenen liegt im Median in DE bei 83, in A bei 85 und in CH und SWE bei 86 Jahren.

  

Invasive Beatmung

Dafür muss der Patient in ein künstliches Koma überführt werden, und ein Schlauch wird in die Luftröhre eingeführt (Intubation). Diese invasive Behandlungsmethode bei Covid 19 wurde von chinesischen Ärzten favorisiert und in Europa von den führenden Intensivmedizinern übernommen. Doch bereits am 21.3.2020 veröffentlichte der deutsche Verband pneumologischer Kliniken (VPK) ein Statement, in dem er dringend von einer invasiven Behandlung abriet. Bei einem Sauerstoffmangel im Blut, wie das bei einer Lungenentzündung der Fall ist, sollte man den Sauerstoff über eine Spezialmaske und nicht über einen Schlauch zuführen. Das nennt sich nicht-invasive Beatmungsherapie (NIV). Die invasive Beatmung hat dazu geführt, dass in Wuhan 95%, in N.Y.C und Bergamo 90%, in UK 80% und in Resteuropa 50% aller intubierten Covidpatienten verstorben sind. Das Moerser Modell, das diese Zusammenhänge als Erstes entdeckt hatte, hatte/hat offensichtlich keinen großen Einfluss auf die "klassische" Schulmedizin, die noch immer die Hälfte aller Covid-Patienten auf der Intensivstation intubiert. Obwohl die Zahlen eindeutig für das Moerser Modell sprechen. Selbst die WHO schreibt inzwischen die hohen Todeszahlen im Frühjahr 2020 der zu häufigen Intubation, die nicht nur in den USA mit einer besseren Vergütung für die Krankenhäuser verbunden ist, zu.

 

Der PCR -Test

wurde anfangs 2020 vom Virologen Christian Drosten  als Nachweis des neuen Coronavirus entwickelt und wurde zum Mittelpunkt in der Coronakrise. Dazu sollte man wissen, dass jeder Test grundsätzlich falsche Resultate liefern kann. Und je mehr Gesunde getestet werden, desto höher wird die Fehlerquote, sprich der Fehlalarm, der besonders bei Symptomlosen oder Symtomarmen zu  Tragen kommt (siehe auch die Fehlerqute bei der Mammographie. Das ist übrigens einer der größten Nachteile der Präventivmedizin. Wenn man nun Gesunde in dieser massiven Form testet, dann unterliegt man der erhöhten Gefahr von Fehlalarm.  Der PCR-Test macht am meisten als Diagnostikunterstützung im Krankenhaus Sinn. Das Grundproblem des PCR-Tests ist, dass das positive Testergebnis nicht unterscheidet zwischen einer Person die ansteckend und einer, die nicht ansteckend ist. Noch im Januar diesen Jahres erklärte die WHO, dass der PCR-Test lediglich ein Hilfsmittel sei, um eine Infektion festzustellen. Und eine Covid-Diagnose sollte nie auf alleiniger Basis dieses Test gestellt werden. 

Die täglich gemeldeten Neuinfektionen sind weder ein Beweis für eine Infektion noch für eine Ansteckungsgefahr! Doch daraus wurde/wird dann die sinnlose 7-Tage-Inzidenz berechnet, die wiederum ausschlaggebend für die Verhängung von Lockdowns war/ist.

 

Infektionssterblichkeit

Für die realistische Einschätzung einer Pandemie muss unterschieden werden zwischen Sterblichkeit und Ansteckungsgefahr. Die Infektionssterblichkeit – wie viele sterben von 100 Infizierten, wird in Prozenten angegeben unter der Bezeichnung IFR, infection fatality rate, die sich nur auf die krankgemeldeten Infizierten bezieht. Die ist aber nicht zu verwechseln mit der CFR, der case fatality rate, die sich auf alle Infizierten bezieht. Nun wurden diese Zahlen von der Berichterstattung permanent verwechselt, ohne dass die entsprechenden Gremien wie z.B. das RKI Stellung bezogen hätten. Und so entstand ein horrend hoher Prozentsatz von einer siebenprozentigen Sterblichkeit, mit dem man für Deutschland 1 Mio und für Österreich 100.000 Tote voraussagte, wenn nicht sofort etwas dagegen unternommen wird. John Ioannidis, Professor in Stanford und einer der weltweit führenden Epidemologen stellte in mehr als sechzig über die Welt verteilten Antikörperstudien fest, dass bei Menschen unter siebzig die IFR generell 0,05% betrug. In Regionen mit weniger als 118 Todesfällen pro 1 Mio Einwohner 0,09%, bei 115-500 Covidtoten 0,2%, in stark betroffenen Orten wie N.Y.C. bis zu 0,57%. In Altersheimen jedoch betrug/beträgt die IFR bis zu 8%. Zu in etwa gleichen Resultaten kam der deutsche Virologe Hendrick Streek.

 

Ansteckungsgefahr

Die IFR-Sterblichkeit ist bei Corona folglich nicht höher als bei einer Grippewelle. Was aber, wenn sich alle 83 Mio in DE anstecken würden, dann würden bei einer IFR von 0,3 innerhalb kurzer Zeit 249.000 Menschen sterben. Doch die jeweiligen Hotspots wie Bergamo (wo man die Infizierten aus den Krankenhäusern in Altersheime verlegt hatte!!!), Venetien, Genua oder Mailand hatten sich jeweils nicht weiter ausgebreitet, was bei einem hochansteckenden Virus aber der Fall gewesen wäre! Der katastrophale Zustand des italienischen Gesundheitssystems war der Hauptgrund für die überdurchschnittlich hohe Sterberate in den genannten Ballungszentren.

Die Corona-Viren gehören zu den Zoonosen, die als Erreger zwischen Mensch und Tier hin und her wechseln können und die man deswegen nicht einfach ausrotten kann wie z.B. die Pocken, weil sie jährlich in neuen Mutationen wiederkehren. (Etwas, das soeben die australischen und neuseeländischen Politiker feststellen mussten, die mit ihrer Zero-Covid-Strategie grandios gescheitert sind). Coronaviren gab es bereits 2002 (SARS) und 2012 (MERS). Das Coronavirus ist also nicht neu, und es dürfte eine teilweise Immunität vorhanden sein. Das erklärt, warum sich manche Leute nicht anstecken, selbst wenn sie sich über einen längeren Zeitraum unter lauter Infizierten, wie z.B. in der Familie aufhalten. siehe auch Kreuzimmunität.

 

Das RKI (Robert Koch Institut)

gehört weltweit zu den führenden Instituten für Infektionsforschung mit einem Budget von jährlich ca. 100 Mio Euro (!). Es stellt sich die Frage, warum das Institut keine repräsentativen Studien über die Wirksamkeit der Maßnahmen von Masken über Lockdowns bis zur Impfung angefertigt hat. Die Berliner Charité hatte im Frühjahr 2020 200 Mio für Coronaforschung erhalten, ohne dass dabei irgendein brauchbares Ergebnis herausgekommen wäre. Und die Wissenschafter, die auf diesen Missstand hingewiesen haben, wurden allesamt von der Politik und den Medien ignoriert.

 

Anzahl der Coviderkrankten

In DE gab es im Jahr 2020 131.714 stationär behandelte Fälle. Hat dies nun zu einer Überbelegung in den Spitälern geführt? Die Antwort ist nein, im Gegenteil. Die folgende Tabelle von der Initiative Qualitätsmedizin einem Zusammenschluss deutscher und Schweizer Kliniken, zeigt eine ganzjährige Unterbelegung an. Die Initiative selber meint dazu Folgendes, siehe Dok. 2019 wurden in DE in den erfassten Kliniken 394.545 Patienten mit Atemwegserkrankungen stationär behandelt, 2020 waren es 353.535, incl. 69.364 Coronafälle. Aber ein nicht unwesentlicher Teil davon waren gar nicht wegen Corona in stationärer Behandlung , sondern wurden zufällig positiv getestet. Laut der Zeitung Die Zeit sogar zwischen 20% und 30%. Dazu kommen noch die höheren Ausgleichszahlungen für Coronapatienten. Aber alles deutet darauf hin, dass es in DE 2020 keine Überbelegung der Krankenhäuser, sprich der Intensivstationen gab.

 

Übersterblichkeit

Mit ihr steht und fällt quasi die gesamte Betrachtungsweise von Covid-19. 2020 starben in DE 982.489 Menschen, 42.969 mehr als 2019. Gleichzeitig zeigt die Tabelle hier, dass sich seit 2006 die Sterberate kontinuierlich erhöht. Parallel dazu wächst der Anteil an den über 80-jährigen ebenso. Wobei die Todesursache bei alten Leuten immer weniger eine Krankheit, sondern ein Immunversagen ist. 2020 betrug die Gesamtzahl der Covidopfer weltweit 1,8 Mio, wobei jährlich 7,5 Mio Menschen an Atemwegserkrankungen sterben, bei einer Gesamttodeszahl von 60 Mio (Datenerhebung; Johns-Hopkins-Universität).

 

Das Geheimpapier

Mitte März gab es ein 13-seitiges Dossier der deutschen Bundesregierung, in dem beschieden wird, dass es eine Million Tote geben wird, wenn nichts dagegen unternommen wird (siehe Absatz Infektionssterblichkeit). Nichts deutet darauf hin, dass diesem Papier ein sorgfältiger Erkenntnisprozess zugrunde liegt. Im Gegenteil, es wurde von  einem äußerst dubiosen Mao-affinen Germanisten namens Otto Kölblan der Universität Lausanne  ausgearbeitet, dessen Absicht eine gezielte Panikmache war. Tatsächlich wurde europaweit – mit Ausnahme von Schweden –dieses chinesische Lockdown-Modell der kommunistischen Partei Chinas übernommen und alle europäischen Politiker wurden innerhalb kürzester Zeit Verehrer dieses Modells! Doch schon ziemlich früh stellte sich eine fehlende Relevanz eines Lockdowns heraus. Am 5.1. 2021 wurde von Ioannidis eine Studie veröffentlicht, die zeigt, dass es keinerlei Zusammenhang zwischen der Anzahl der Toten und harten Lockdowns gibt. Und beim Schutz von Risikogruppen waren die harten Maßnahmen eher kontraproduktiv. Dafür ist Ioannidis massiv von den deutschen Medien angegriffen (und von den österreichischen negiert) worden. Stattdessen wurde auf den (unsäglichen) Drosten und Lauterbach gehört.

Der 70-Tage-Verlauf der Infektion – sechs bis zehn Woche Aufbau, danach Abfall – ist praktisch überall auf der Welt gleich. Und die meisten Lockdowns wurden erst dann verhängt, als die Kurve schon wieder im Ablaufen war. Man nennt das auch Post-Peak Lockdown (darüber hatte ich mich mehrmals geärgert: man konnte/kann das auf der Homepage des ORF mitverfolgen – alles gut sichtbar, und trotzdem haben alle so getan, wie wenn es nicht so wäre!! Allerdings ist nun der erste Lockdown plötzlich vordatiert, wie ich soeben gesehen habe. Man konnte auch mitverfolgen, dass der restriktive "Wiener Kurs" im Vergleich zu anderen Bundesländern gar nichts gebracht hatte).

 

Die Folgeschäden

durch die Lockdowns waren katastrophal. Ein Mitarbeiter beim deutschen Bundesinnenministerium, Oberregierungsrat Stephan Kohn, der 2010 maßgeblich an der Aufdeckung eines Missbrauchsskandals in der evangelischen Kirche beteiligt war, wollte auf die Mängel im Krisenmanagement und deren Folgeschäden hinweisen, siehe internes Positionspapier. Nachdem niemand davon Kenntnis nehmen wollte, verschickte er das Papier an verschiedene Institutionen. Darauf hin wurde er von der Bundesregierung als Wirrkopf dargestellt und vom Dienst suspendiert! All seine Erkenntnisse wurden/werden bis heute negiert. 

Aber am meisten Unheil haben die (völlig sinnlosen) Lockdowns in der dritten Welt, speziell in Afrika angerichtet.

 

Masken

Der Arzt Frank rät dringend vom Tragen einer FFP2-Maske ab, was ja auch nur in Österreich und in Bayern verlangt wurde/wieder werden wird. Aber er befürwortet tendenziell das Tragen von Masken in Innenräumen. Ohne ein wirklicher Befürworte der Maskenpflicht zu sein, und wenn, dann schon gar nicht im Freien!

 

Im dritten Teil

des Buches geht es um die Spaltung der Gesellschaft, den Verlust demokratischer Spielregeln und einer gemeinsamen Kommunikation bei gegensätzlichen Standpunkten, um die Unfähigkeit der Gesellschaft, mit dem Tod umzugehen, um die Gleichschaltung der Medien, um Wokeness und Cancel-Culture und um die Einteilung in Links und Rechts.

Ein kleines Beispiel aus diesem Kapitel: In DE gibt es gerade 18 Professuren für das Fach Altersmedizin, aber 217 für Gender-Mainstreaming.

Jedenfalls ist mir Gunter Frank noch aus einem anderen Grund symphatisch, denn er schreibt auf Seite 158 folgendes: "Als Jazzmusiker umfasst mein Freundeskreis so ziemlich alle Schattierungen und Lebensformen, sogar Bassisten;-)". Ich nehme mal an, dass er Klavier spielt.

 

Aber einen großen Schwachpunkt hat dieses sonst so erhellende Buch schon. Frank erwähnt nicht mal ansatzweise die Vorerkrankungen, die es braucht, damit Corona überhaupt erst tödlich wirkt. Daraus wird bis heute ein Geheimnis gemacht, über die Beziehung zwischen den Vorerkrankungen, hervorgerufen durch mangelnde Bewegung, schlechte Ernährung, Alkohol und Nikotin. Kein Wunder, dass die Krankheit viel mehr Männer als Frauen trifft. Von denen wiederum wesentlich mehr die Impfung verweigern. Weil Frauen generell ein besseres Verhältnis zu ihrem Körper und ihrer Gesundheit haben...(?) Vielleicht erwähnt Gunther Frank das deswegen nicht, weil er als Ernährungswissenschafter eher eigenartige Einstellungen bezüglich Fleisch, Zucker und Gewicht  hat, die für mich nicht nachvollziehbar sind bei jemandem, der sich sonst so viele spannende Gedanken zum Fortgang der Welt macht.

 

Zum Impfen:

Wenn nun wie in Österreich im Moment 60% der Bevölkerung geimpft sind, und diese Impfung auch tatsächlich wirksam ist, wo liegt dann das Problem mit den Ungeimpften? Nachdem die Intensivstationen schon letztes Jahr ohne Impfung kaum überfüllt waren, dann können sie es doch in dieser 4. Welle ja nicht mal annähernd sein, denn es beträfe ja nur noch 40% Prozent der Bevölkerung. Oder ist die Impfung doch nicht wirklich wirksam? In Österreich will man jetzt teilweise die G1-Regel einführen. Genesenen ohne Impfung soll der Zutritt teilweise verwehrt werden, obwohl sie mehr Antikörper haben! Der Witz dazu lautet so: was ist der Unterschied zwischen einer Verschwörungstheorie und der Wirklichkeit? Ca. sechs bis acht Monate...

Es sei denn, man macht es so wie das Land Dänemark 22), das bei einer Durchimpfungsquote von 73 % alle Maßnahmen beendet hat. Damit könnte man auch in Österreich sicher noch einige Skeptiker vom Impfen überzeugen, wenn man dasselbe in Aussicht stellen würde. Und man könnte die Impfgegner in Ruhe lassen und so der drohenden Spaltung der Gesellschaft entgegentreten. Damit könnte sich der Staat endlich zurückziehen, aber wird er das auch tun?

Es schaut so gar nicht danach aus.

Kursiv Gesetztes ist von mir!

Wien, 5.9.2021

mathias rüegg

Und hier noch ein glaublicher Essay von Ioannidis zur Ethik der Wissenschaft!