Blog 2021 - über's Leben

16.3.​ Ein Jahr Lockdown und weitere Vergnüglichkeiten!

 

Beim Komponieren kann es sein, dass man einen entscheidenden Denkfehler gleich am Anfang macht. Aus Unüberlegtheit, aus falscher Einschätzung, aus mangelnder Erfahrung oder einfach nur aus Unachtsamkeit. Selbst wenn man danach alles "richtig" macht – wobei der Arbeitsprozess ein Vielfaches an Zeit in  Anspruch nimmt – kann man diesen einen Anfangsfehler, so sehr man sich auch anstrengt, nicht mehr rückgängig machen und der Komposition wird immer etwas Wesentliches fehlen.

Der deutsche Virologe Christian Drosten warnte im Frühjahr letzten Jahres vor einem dramatischen Ausbrechen des Virus in Afrika. Zwischen Juni und August werde es zu Szenen kommen, die nur aus Kinofilmen bekannt seien "und die wir uns so heute nicht vorstellen können." Nun war schon sehr früh bekannt, dass Covid-19 fast ausschließlich sehr alte Leute mit Vorerkrankungen trifft. Jedem, der nur minimal kombinieren konnte, war klar, dass dies aufgrund der niedrigen Lebenserwartung in Afrika nicht der Fall sein kann. Dasselbe gilt ja z.B. auch für Krebserkrankungen. Jedenfalls hat Afrika (wie auch in anderen Ländern der dritten Welt) den Lockdown (ebenso unreflektiert wie alle europäischen Länder bis auf Schweden) übernommen, was katastrophale Folgen nach sich zog, u.a. gab es plötzlich kaum mehr Impfstoffe gegen Aids oder Malaria. Afrika hätte tatsächlich wichtigere Probleme als Covid-19 gehabt, und die Lockdown-Auswirkungen dürften katastrophale Folgen (gehabt) haben, aber das wird weder erforscht, noch wird darüber berichtet. Schon gar nicht in der ersten Welt. Von einer Entschuldigung oder Richtigstellung des deutschen Staates ganz zu schweigen. Dieser besagte Virologe hat dann ebenso erklärt, dass Covid-19 die Gefährlichkeit einer spanischen Grippe  aufweise, und im Weiteren hat er die europäische Landschaft permanent mit Horrorzahlen jenseits der Realität bombardiert. Und – kaum zu glauben – er ist immer noch im Amt und besiegelt nach wie vor die Geschicke der deutschen Covid-19-Politik. Auch Österreich kann auf ähnliche Sager des Bundeskanzlers S.K. verweisen, wobei sich irgendwann die Frage stellen wird, ob denn solche gezielten Falschmeldungen, sprich Drohungen, nicht eines Tages strafrechtlich relevant werden könnten.
 

Trotzdem darf man schlussendlich diese eklatanten Fehlleistungen nicht den Virologen anlasten, denn sie lenken ja nicht Staaten sondern Mikroskope. Das engt die Weltsicht naturgemäß etwas ein. Verantwortlich dafür sind die Politiker, die den Virologen erst diese Machtstellungen eingeräumt haben. Die Rede ist von nichts weniger als einem Totalversagen der Politik, die sich hinter gleichgeschalteten Virologen – solche mit anderen, sprich differenzierteren Meinungen wurden gar nicht erst zugelassen – versteckte, um so eine unüberschaubare Zahl von problematischen, an der Grenze zur  Legalität stehenden Maßnahmen zu verabschieden, unter mehrfacher Umgehung demokratischer Spielregeln. Ungebrochene Schützenhilfe gab es dabei von praktisch allen Medien ( in Österreich mit Ausnahme von Servus-TV), die sich einen weltweiten Wettbewerb in Panikmache geliefert hatten (Zwischen Heute, Krone und dem Standard gab es inhaltlich kaum mehr Unterschiede, lediglich die Presse begann nach und nach mit einer teilweisen kritischen Auseinandersetzung), und der Abwesenheit von Gegenstimmen aus dem Lager der nicht vorhandenen (linken) Intellektuellen. Man stelle sich mal vor, was passieren würde, wenn die ganze Welt 365 Tage lang täglich 24 Stunden lang nur noch über Adipositas  reden und nur noch darüber berichten würde! Was übrigens im Gegensatz zu Corona wohl eher notwendig wäre, bei immerhin einer Million Toten pro Jahr in Europa! Und wie sich langsam herausstellt, sind die nicht etwas weniger Schlanken auch massiv am Spreading beteiligt
 

Wenn man sich die weltweiten Covid-Todeszahlen 2020 anschaut, dann fällt einem auf, dass viele Länder eine viel höhere Todesrate als Schweden aufweisen, wo es weder Lockdown noch Masken gab. Wenn das eingetroffen wäre, was die "Drostens" so alles vor sich hin prophezeit hatten, dann hätte es in Schweden in der Zeit mindestens 100.000 Todesopfer geben müssen. Ich war übrigens Anfang November eine Woche in Stockholm,  um  mir anzuschauen, wie ein nicht paranoider Umgang mit dem Virus funktioniert. Nachdem aber nichts von diesen Befürchtungen eingetroffen ist, etwa die Hälfte der Opfer verstarb übrigens in Altersheimen (genau wie in Österreich!) – was vermeidbar gewesen wäre, wie der Arzt des schwedischen Weges Andres Tegnell zerknirscht zugegeben musste – stellt sich die Frage, wie erfolgreich denn die Maßnahmen der europäischen Lockdowns waren. Italien z.B. hatte alle Kinder, selbst die allerkleinsten (unter Mithilfe der Eltern!!) über Monate zuhause eingesperrt, selbst im Süden, wo sich das Virus kaum ausgebreitet hatte. Und trotzdem steht das Land  in der Sterbestatistik ganz schlecht da.

In Österreich setzt sich die Übersterblichkeit 2020 so zusammen: insgesamt lag sie bei ca. 9.000 Todesfällen, 3.000 davon (vermeidbar) in Altersheimen, 3.300 durch Covid-19 und 2.700 unbekannt. Am Schluss geht es also um 3.300 Covid-19-Tote, denn um das Sterben in Altersheimen zu  vermeiden, müsste man keine Lockdowns ausrufen. Wobei sich die Frage stellt, ob diese zusätzlichen 2.700 Toten auf die Covid-19-Maßnahmen zurückzuführen sind. Aber das werden wir wohl nie erfahren.

Aber nochmals zurück zu Schweden. Was bedeutet es konkret, wenn keine Masken getragen werden (müssen)? Es verschwinden die apokalyptischen Szenen im öffentlichen Raum, ein großer Teil der kollektiven Paranoia fällt weg, die Schulen sind eine Stätte, wo Kinder nicht durch hunderte von sinnlosen Regelungen schikaniert werden, die unterdessen dazu geführt haben, dass mittlerweile fast jedes zweite Schulkind psychische Probleme hat. Die Abschaffung weiterer sinnloser Verordnungen im Kulturbereich – ganz besonders böse: Konzerte vor Maskierten spielen zu müssen! Das Verschwinden der unerträglichen Corona-Petzerei und des Zurechtgewiesenwerdens, der Rückzug der massiven Polizei-Präsenz im öffentlichen Raum, das Zulassen von Demonstrationen und last but not least: das Recht auf freies Atmen!

Die Aufgabe der Politik wäre es also gewesen, Prioritäten zu setzen, statt sich hinter (fragwürdigen) Virologen zu verstecken. Also "den Job zu machen", Dinge abzuwägen. Vorteile und Nachteile zu berücksichtigen, Leute mit gegensätzlichen Meinungen in die Expertenteams zu holen. Und die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen zu berücksichtigen. Und das in nachvollziehbaren Dialogen und Diskussionen, die in keiner irgendwie gearteten Weise stattgefunden haben. Jede kleinste Form von Kritik war/ist staatsfeindlich und damit tabu. Und wurde/wird ins rechte Eck gestellt.

Aber wen trifft denn diese Pandemie nun wirklich? Es geht im Wesentlichen um alte Männer (70%) mit Vorerkrankungen, sprich: Fett, Alkohol, Rauchen und keine Bewegung. Wo bleibt da der feministische Aufschrei der "Alte-Weiße-Männer"-Bashing- Front? Ah, sorry, ganz vergessen, von links gibt es ja keinen Protest! 

Tatsächlich stellt sich die Frage, ob es die Aufgabe eines Staates ist, jeden Bürger um jeden Preis zu retten, ungeachtet des Preises, der dafür zu bezahlen ist. Die Folgen des katastrophalen Umgangs mit dieser Pandemie werden die Gesellschaft auf Jahre hinaus beschäftigen, schädigen und weiter spalten.

Das Virus hat sich haargenau im Schwachpunkt der westlichen Gesellschaften eingenistet, nämlich in der Einstellung zur Gesundheit, die z.B. darin besteht, dass mittlerweile 50% übergewichtig sind, sich schlecht ernähren (Industriefleisch!) und nicht bewegen. Und die darin besteht, dass die Lebenserwartung zwar immer höher, die Zahl der gesunden Jahre aber immer niedriger wird. Die westlichen Staaten dürfen ihre Kinder vorsätzlich mit Zucker (ca. 50kg/Jahr) vergiften, obwohl es sogar ein deutsches Urteil gibt, dass man Zucker straffrei als Gift bezeichnen darf. Trotzdem käme es den Staaten nie in den Sinn, hier zu intervenieren. Was aber im Gegensatz z.B. zum Rauchverbot sinnvoll wäre. Erwachsene sollen selber darüber entscheiden können, ob sie sich zugrunde richten. Kinder hingegen nicht!

Es gäbe dazu ein paar interessante Parallelen: Zwischen dem 17.1.1920 und dem 5.12.1933 versuchte der amerikanische Staat erfolglos, seine Bürger mit einem strengen Alkoholverbot, sprich Prohibition, zu bevormunden, was verheerende Folgen wie die Zunahme der Kriminalität, die Bildung von kriminellen Vereinigungen (wie der Mafia), Vergiftungen durch gepanschten Alkohol und eine massive Spaltung der Gesellschaft zur Folge hatte. Die USA, die offensichtlich nicht viel daraus gelernt haben, versuchten dieselbe Übung noch einmal unter Nixon, der 1972 den War on Drugs ins Leben gerufen hatte. Das Resultat war noch viel problematischer als beim ersten Mal, betraf es doch diesmal gleich die ganze Welt. Millionen von jungen Konsumenten wurden kriminalisiert, Länder wie Pakistan oder Afghanistan finanzier(t)en den weltweiten muslimischen Terror mit Drogengeldern, Länder wie Mexico oder Kolumbien leben in bürgerkriegsähnlichem Zustand, Billionen wurden für die Drogenbekämpfung ausgegeben. In vielen asiatischen Ländern steht die Todesstrafe sogar auf simplem Drogenkonsum. Millionen werden in die Beschaffungskriminalität abgedrängt oder sterben an unreinem Stoff. Dabei wäre das Problem ziemlich einfach. Bei der Legalisierung der Drogen würden diese, wie auch der Alkohol, kontrolliert, der Staat könnte viel Geld durch die Steuern verdienen und trotzdem gäbe es keine Zunahme der Konsumenten. Portugal hat als einziges Land weltweit (2001) ALLE Drogen liberalisiert. Es gibt zum Glück also immer ein liberales "schwedisches Modell", auch wenn es nur ganz wenige verstehen (wollen).

Soviel zu Lernfähigkeit und analytischem Denken von Politikern. Befragen sie doch mal genau zu diesem Thema die Hardliner Markus Söder und Sebastian Kurz!

 

Wien, 16.3.2021,

mathias rüegg

 

PS: Mein persönliches Lockdown-Highlight 2020 war das Offenhalten von Waffengeschäften bei gleichzeitigem Schließen der Buchläden

 

PPS: Besonders zynisch mutet die Tatsache an, dass in den Lockdowns alles, was die Gesundheit fördert, wie Schulsport, Amateursport, Fitnessstudios, etc. verboten worden ist unter der Prämisse, der Staat tue damit das best Mögliche für die Gesundheit seiner Bürger.

PPPS: Die amerikanischen Rechten plädieren für einen schwachen Staat mit möglichst viel Freiheit für jeden Einzelnen. Wenn es aber dann um die Durchsetzung ihrer Interessen wie Abtreibung oder Drogenpolitik geht, dann wollen sie plötzlich einen allmächtigen Staat. Niemand sollte es besser als die europäischen Linken wissen, was für extreme Repressionen von starken Staaten ausgehen können (z.B. Drittes Reich, Kommunismus etc.). Trotzdem verteidigen sie sklavisch den "starken Staat" wie eben in dieser Covid-19-Krise und sind praktisch gegen jede Form von Privatisierung. Ich glaube nicht, dass Kriege und Unterdrückung in den letzten hundert Jahren von privaten Unternehmen ausgegangen sind. Auch wenn manche davon vielfältigst profitiert haben. 

PPPPS: Weiters möchte ich anfügen, dass alle meine Quellen ausnahmslos von offiziellen, seriösen Medien stammen, die auch als solche gekennzeichnet, bzw. erkennbar sind (bei einigen Artikel aus der Presse fehlt leider das Datum).

PPPPPS: und sowie es momentan ausschaut, will die Regierung weiterhin "lockdownspielen" und sich hinter fragwürdigen Fallzahlen verstecken statt endlich grundlegende Entscheidungen zu treffen, und die Kinder machen alle brav mit. Oder wollen sie vielleicht nicht doch bald etwas anderes spielen?

 

Und zum Schluss alle Fakten zu Covid wissenschaftlich-kritisch aufgearbeitet.
Sehr spannend!