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9. Sept. 2018    
Bas Kast -  Der Ernährungskompass,

C. Bertelsmann, 2018

 

Als ich 2010 das Vienna Art Orchestra infolge massiver globaler Veränderungen wie der Wirtschaftskrise, der durch das Internet bedingten plötzlichen „Gratismusik“ und der mangelnden Nachfrage nach Umbesetzung der Big Band in ein „Jazz-Kammerorchester aufgeben musste, nahm ich das zum Anlass, mein Leben  schrittweise zu verändern. Ich wurde Vegetarier und begann auf Zigaretten, Alkohol und Zucker konsequent zu verzichten. Aber über Ernährung im Speziellen hatte ich mir keine allzu großen Gedanken gemacht. Das begann sich vor ca. zwei Jahren zu ändern, als ich beschloss, außer Haus nur noch meinen selbst gemachten Proviant zu verzehren. Sogar im Flugzeug, manchmal auch milde belächelt, aber Hauptsache kein Unterwegs-Junkfood mehr! Und seit ein paar Monaten esse ich jeden vierten Tag nur noch Obst, Nüsse und Gemüse und habe für mich festgestellt, dass ich problemlos mit wesentlich weniger Nahrung auskommen kann, als ich bisher geglaubt habe.
Vor Kurzem habe ich mir zum ersten Mal einen Ernährungsratgeber gekauft, den frisch erschienen Ernährungskompass des Journalisten Bas Kast, in dem es um die Aufarbeitung fast aller herrschenden Ernährungstheorien und um die Ernährung  von manchen Gesellschaften - z.B. den Okinawa-Japanern oder den amerikanischen Sieben-Tages-Adventisten, die besonders alt werden, geht. Vielleicht geht es aber auch nur um eine wissenschaftlich fundierte Untermauerung eines „gesunden“, aber vielleicht etwas verloren gegangenen Hausverstandes, was dem Körper gut tut und was nicht? Das Wichtigste wäre also echte und nicht industrielle Nahrung, mehr Pflanzliches als Tierisches (Fleisch sollte die Beilage und nicht die Hauptspeise sein), Joghurt und Käse statt Butter und Milch. Hülsenfrüchte, Nüsse und Olivenöl im Gegensatz zu Weißbrot, Kartoffeln oder gezuckerten, also praktisch allen Fruchtsäften, die man nicht selber gepresst hat, wo man sozusagen der Zellalterung im Eiltempo zuschauen kann. Ein weiterer Aspekt ist das Fasten, also der Zeitraum, in dem man gar nichts ist. z.B. zwischen 21:00 und 10:00 in der Früh. Und je länger dieser Zeitraum ist, desto mehr wird die Autophagie, die Entschlackung der Zellen aktiviert, und lässt sie so langsamer altern. Jedenfalls setzt sich Bas Kast gekonnt über alles Zeitgeistige hinweg, und seine bestens recherchierten und wissenschaftlich fundierten Vorschläge sind nie puritanisch oder ideologisch sondern immer sinnvoll und sinnlich. Oder anders gesagt: Bei seinem Auto (auch wenn ich keines habe, nie eines hatte und NIE eines haben werde) schaut man ja auch drauf, dass es nur den bestmöglichen Sprit bekommt, denn es funktioniert ja nur dann. Und bei seinem eigenen Körper?         


mathias rüegg

Ps: Vor ca. zehn Jahren hatte ich mich übrigens hauptsächlich von Steaks, Nudeln  und Rotwein ernährt..Dafür war ich diesen  Juli/August ca. 50 Mal 45 Minuten laufen, jeweils zur heißesten Tageszeit zw. 17:00 und 17.30. Mein Motor funktioniert also bestens, "Pure pleasure" :-)